Fastenhistorie
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Von den Anfängen des Fastens können wir seit dem Zeitpunkt an sprechen, als der Übergang stattfand von der intuitiven Nahrungsverweigerung zur bewußten Entscheidung auf Nahrungsverzicht. Diese intuitive Nahrungsverweigerung kennen wir heute noch sehr gut bei kranken Kindern oder Haustieren. Ihr naturgegebenes Hunger- und Sättigungsgefühl ist noch relativ unverfälscht, und es führt sie bei Unpäßlichkeit oder Krankheit zu natürlichem Verzicht auf Nahrung.

In der Medizin ist das Fasten bereits seit Hippokrates als Therapie bekannt. Es wurde in der römischen, als erste bekannte, Überflußgesellschaft zur Behandlung der erstmalig auftretenden sog. Zivilisationskrankheiten erfolgreich eingesetzt. Daraus erklärt sich auch der eher kritische Ansatz östlicher Heilmethoden zum Fasten durch die dort eher an Mangel leidenden Bevölkerungen.

Hippokrates empfahl in schlimmen Fällen ausschließlich das Trinken von Honigwasser. Auch Heilkundige des Mittelalters, von Hildegard von Bingen bis Paracelsus empfahlen das Fasten als heilsamen Therapie. Paracelsus sprach von einem "inneren Arzt" der durch das Fasten aktiviert wird und die kranken Menschen zur Selbstregulation und Heilung führt.

Das neuzeitliche Fasten ist geprägt von dem Landwirt Johannes Schroth, dem Geistlichen und Naturheilkundigen Sebastian Kneipp, dem österreichischen Arzt Dr. Franz Xaver Mayr und dem Marineoffiziersarzt Otto Buchinger. Sehr häufig gelangten die oft anfänglichen Nichtmediziner über eigene Erkrankungen zum Fasten. Ein bewegtes Leben sowie außergewöhnliche geistige und körperliche Aktivität bis in das hohe Alter bestätigt bei allen die Wirksamkeit ihrer entwickelten Therapien.

 

Erst die heutige Wohlstandsgesellschaft mit industriell hergestellten Nahrungsmitteln und einem Übermaß an Nahrungsmittelangeboten kennt das Übergewicht als ein gesundheitliches Problem. Das Problem Übergewicht führte zu der Entwicklung von Diäten und Kuren zum Ziel einer Reduktion des Körpergewichtes. Diese Diäten reduzieren die Kalorienzufuhr (aus der Nahrung) und führen dem Körper chemisch veränderte oder hergestellte, essentielle Nährstoffe (Vitamine, Mineralien, Proteine) in Form von Pulver, Kapseln oder in Riegeln zu.

Bei der Durchführung einer solchen Kur geschah im Jahre 1978 der "Liquid-protein-diet-scandal". Hierbei starben nach mehrmonatiger, nicht medizinisch betreuter, eiweißsubstituierter 400 Kcal Formula-Diät ca. 60 übergewichtige Personen. Als Todesursache wurde Herzversagen nach Abbau der Herzmuskulatur und Herzrythmusstörungen festgestellt.

Seitdem wird von vielen Ärzten jegliche Fastentherapie mit dieser Formula-Diät gleichgesetzt und rundweg abgelehnt. Nach Meinung der breiten Ärzteschafft führt jede Eiweißunterversorgung über mehrere Wochen zu Muskelabbau und der Gefahr des Herzversagens.

Neuere streng wissenschaftliche Untersuchungen an Hefezellen, Fadenwürmern. Mäusen und demnächst sogar Rhesusaffen der Massachussetts Institut of Technology (MIT) haben aber sogar bestätgit, daß richtiges Fasten lebensverlängernd wirkt und ist zur Zeit die einzig wissentschaftlich fundierte Anti-Aging-Methode.